Bernhard Pauli – Künstler «Ben der Schweizer» Ich habe keine Lösung. Aber einen Raum für Gedanken, Bilder und Fragen.
August 6, 2026 Aktuell

Das erste Projekt – auf dem Weg zu keiner Lösung

Schautdoch · Denkraum

My Way

Eintreten

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Gedanke

Dieser Beitrag ist von den Eindrücken der Ausstellung angeregt, steht jedoch in keinem direkten Zusammenhang mit ihr. Die Umsetzung, die Gedanken und die Texte sind eigenständige Arbeiten von Ben der Schweizer. Ausgangspunkt sind die Ängste der Menschen und die Frage, was sie mit unserer Wahrnehmung, unserem Denken und unserem Handeln machen.
© Ben der Schweizer 2026

Gestern war ich in der Fondation Beyeler bei Pierre Huyghe. Das Interessante war für mich gar nicht die Frage, ob mir die Ausstellung gefällt. Er gibt einem keine Antwort und erklärt auch nicht, was man denken soll. Er schafft einen Raum, in dem Dinge aufeinandertreffen – Mensch, Technik, Natur, Wahrnehmung. Und plötzlich fängt man selbst an, Zusammenhänge herzustellen. Eine Mitarbeiterin sagte zu mir nur: „Es macht etwas mit einem.“ Genau das ist hängen geblieben. Vielleicht muss Kunst gar keine Lösung anbieten. Vielleicht reicht es, einen Raum zu schaffen, in dem etwas mit uns passiert.

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Diagramme

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Film

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Audio

Transkript oder begleitender Text

das Diagramm beschreibt die Kräfte, die auf einen Menschen wirken und sich überschneiden: Wahrnehmung, Gesellschaft, Schutz, Zugehörigkeit, Einsamkeit, Anpassung, Technik/KI und das eigene Ich. Die Überschneidungen sind wichtig – kein Mensch besteht nur aus einem dieser Bereiche.
Die Maske ist dann die Verkörperung davon.
Sie ist nicht einfach „falsch“ oder etwas Negatives. Sie kann schützen. Sie kann Zugehörigkeit ermöglichen. Sie kann aber auch so lange getragen werden, dass irgendwann nicht mehr klar ist:
Trage ich die Maske noch – oder ist die Maske inzwischen ein Teil von mir?
Und genau hier passt dein Gedanke von gestern hinein: nicht sofort urteilen. Nicht „Maske = schlecht“ und „ohne Maske = ehrlich“.
Deshalb finde ich deinen ursprünglichen Satz für die Ausstellung weiterhin sehr stark:
„Willst du deine Maske ablegen?“
Nicht: „Du musst sie ablegen.“
Das Diagramm erklärt also, wie die Maske entsteht.
Die Maske macht körperlich sichtbar, was das Diagramm nur beschreiben kann.
Und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Beim Diagramm würde ich heute bewusst auf eine Summe von exakt 100 Prozent verzichten. Ein Mensch ist keine sauber aufteilbare Torte. Gerade die Überschneidungen sind dein Thema.