Die Maske – eine philosophische Roadmap
Schautdoch · Denkraum
Maske
01
Gedanke
Die Maske – eine philosophische Roadmap
Was ist eine Maske?
Für C. G. Jung ist die „Persona“ jene Gestalt, mit der wir der Welt begegnen. Sie vermittelt zwischen dem eigenen Ich und den Erwartungen der Gesellschaft. Sie ist notwendig – aber sie wird zum Problem, wenn wir beginnen, sie mit unserem ganzen Selbst zu verwechseln.
Erving Goffman betrachtet das gesellschaftliche Leben beinahe wie eine Bühne. Wir zeigen uns unterschiedlich, abhängig davon, wo wir sind und wer uns gegenübersteht. Die Maske wäre hier weniger Täuschung als Darstellung: eine Version unserer selbst für einen bestimmten Augenblick.
Bei Jean-Paul Sartre wird es unbequemer. Was geschieht, wenn wir nicht nur anderen etwas vorspielen, sondern auch uns selbst? Wenn wir eine Rolle so vollkommen übernehmen, dass wir nicht mehr fragen, ob wir tatsächlich das sind, was wir darstellen?
Und Friedrich Nietzsche gibt der Maske noch eine andere Bedeutung. Sie kann verbergen und schützen. Vielleicht braucht gerade das Persönliche und Verletzliche eine Maske, um überhaupt bestehen zu können.
Damit steht die Maske zwischen mehreren Möglichkeiten:
Schutz und Täuschung.
Sein und Sein-Wollen.
Eigenbild und Fremdbild.
Verbergen und Sichtbarwerden.
Diese Ausstellung will die Maske deshalb nicht einfach zerstören.
Sie lässt sich verschieben.
Dahinter erscheint ein anderes Bild. Doch auch damit ist die Frage nicht beantwortet:
Ist das, was hinter der Maske erscheint, wirklich das wahre Ich – oder nur die nächste Schicht?
Das ist keine Antwort.
Es ist die Roadmap dieser Ausstellung.