Was von dir gehört wirklich dir?
Schautdoch · Denkraum
Was von dir gehört wirklich dir?
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Gedanke
# Was von dir gehört wirklich dir?
Was glaubst du, weil du es selbst erkannt hast?
Und was glaubst du, weil es dir oft genug gesagt wurde?
Hast du selbst entschieden, was richtig und falsch ist? Wer hat dir erklärt, was Erfolg bedeutet, wofür du dich schämen sollst und wie ein anständiger Mensch zu leben hat?
Wann hast du gelernt, welche Gefühle du zeigen darfst? Wer bestimmte, wann du stark sein musst? Und weshalb entschuldigst du dich manchmal für etwas, das ein Teil deines Wesens ist?
Wir kommen nicht als unbeschriebene Menschen zur Welt. Familie, Gesellschaft, Schule und Kirche vermitteln uns Vorstellungen davon, wer wir sein sollen. Vieles davon gibt uns Halt, Orientierung und Zugehörigkeit. Anderes engt uns ein, ohne dass wir es bemerken.
Wann wird eine vermittelte Vorstellung zu unserer eigenen Überzeugung?
Wann wird aus Anpassung eine Maske?
Und ist diese Maske eine Täuschung – oder war sie einmal ein notwendiger Schutz?
Was geschieht, wenn der Mensch hinter seiner Maske kaum noch zu erkennen ist? Weiss er selbst noch, wer sich dahinter befindet? Oder hält er irgendwann die Maske für sein wahres Gesicht?
Wer wärst du, wenn niemand etwas von dir erwarten würde?
Was bliebe von dir übrig, wenn man dir alle Rollen, Regeln und übernommenen Wahrheiten nähme?
Diese Fragen sind keine Anklage. Sie richten sich nicht gegen Eltern, Lehrer, Kirche oder Gesellschaft. Sie sollen sichtbar machen, wie ein Mensch geprägt wird und wie äussere Stimmen allmählich zu seinen eigenen werden.
In den folgenden Beiträgen werde ich mich an Menschen erinnern, die mir einmal sehr nahestanden. Ich werde festhalten, was sie mir erzählten, was ich selbst beobachtete und woran ich mich heute noch erinnere. Ihre Namen und erkennbare Einzelheiten bleiben verborgen.
Ich möchte sie weder beurteilen noch erklären. Mich interessiert, welche Erfahrungen ihre Masken entstehen liessen, wovor diese Masken sie schützten und wie sie später mit ihnen lebten.
Vielleicht führen ihre Spuren auch zu uns selbst.
Die Leitfrage dieser Suche lautet:
> **Was wurde dem Menschen vermittelt – und was davon entspricht tatsächlich seinem eigenen Wesen?**
Du musst darauf heute keine Antwort finden.
Vielleicht genügt es, zu bemerken, welche dieser Fragen dich nicht mehr loslässt.